Patienteninformation

Check up und Vorsorge

Sehr geehrte Patientin,
sehr geehrter Patient,

immer wieder kommt es vor, dass wir in der Sprechstunde angesprochen werden, dass wieder einmal  ein "Check up" notwendig sei. Dieses bewußte Umgehen mit der Gesundheit liegt im Trend und ermöglicht das rechtzeitige Erkennen von chronischen, akuten oder bösartigen Erkrankungen. Die Ärzteschaft in aller Welt und auch die Krankenversicherer befürworten diese Vorsorgemaßnahmen. Rechtzeitige Diagnostik von Erkrankungen kann schlimme persönliche Folgen verhindern und spart letztlich auch dem Staat und Krankenversicherern Geld .
Über das Ausmaß von solchen Vorsorgeleistungen herrscht allerdings Uneinigkeit. So werden viele ärztlich empfohlene Untersuchungen, die in einem bestimmten Lebensabschnitt sinnvoll sind, aus Kostengründen nicht von den Krankenversicherern bezahlt. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen im Erkrankungsfall ( z.B. Zuckererkrankung ) werden immer übernommen.
Um in diesem Dschungel von Verordnungen einen Leitfaden zu geben, stellen wir Ihnen im Folgenden die von den gesetzlichen Krankenversicherern getragenen und empfohlenen Vorsorgeleistungen zusammen:

1. Gesundheitsuntersuchung:
Diese Untersuchung umfaßt ein kurzes Screening der am häufigsten vorkommenden Erkrankungen ( z.B. Diabetes mellitus, Bluthochduck, Cholesterinerkrankung)
Diese Untersuchung kann jeder Versicherte ab dem 35 Lebensjahr alle zwei Jahre wahrnehmen.
Es erfolgt hierbei eine Befragung durch den Arzt, zusätzlich wird eine eingehende körperliche Untersuchung durchgeführt und im Blut Zucker, Cholesterin, Harnsäure und Nierenwerte bestimmt. Gleichzeitig wird der Urin untersucht.
Weiterführende Untersuchungen ( z.B. Röntgen, Ultraschall, EKG oder Belastungs - EKG ) können nur durchgeführt werden, wenn sich aus der vorangegangen Untersuchung ein Verdacht auf eine Erkrankung ergibt.

2. Früherkennung von Krebserkrankungen des Genitales bei Frauen:
  ( z.B. Brustkrebs oder Gebärmutterkrebs )
Diese Untersuchung wird in der Regel durch den Gynäkologen durchgeführt oder von hierzu besonders qualifizierten Hausärzten.
Die Untersuchung beinhaltet von Beginn des
20. Lebensjahres an eine Untersuchung der Genitalien, von Beginn des
30. Lebensjahres zusätzlich eine Untersuchung der Brust und Haut, von Beginn des
50. Lebensjahr an zusätzlich eine Untersuchung des Enddarmes und Dickdarmes. ( Hierbei 
wird einmal pro Jahr bis zum 55. Lebensjahr der Enddarm abgetastet und der Stuhlgang
auf Blut untersucht. )
Weitere Untersuchungen wie Ultraschall oder Hormonbestimmungen können auch hier nur bei Verdacht auf eine Erkrankung durchgeführt werden.

3. Früherkennung von Krebserkrankungen des Genitales  bei Männern:
  ( z. B. Prostatakrebs )
Diese Untersuchung wird in der Regel durch Hausärzte, Internisten und Urologen durchgeführt.
Sie beinhaltet von Beginn des 45 Lebensjahres an das Abtasten der Prostata sowie eine Untersuchung des Genitales und der Haut sowie ab dem 50. Lebensjahr zusätzlich eine Untersuchung des Enddarmes und des Dickdarmes. ( Hierbei wird einmal pro Jahr bis zum 55. Lebensjahr der Enddarm abgetastet und der Stuhl auf Blut untersucht. )
Eine Untersuchung des hochsensiblen Tumormarkers ( PSA ) ist hierbei seitens der Krankenversicherung leider nicht vorgesehen.

4. Früherkennung des Dickdarmkrebses durch Vorsorgedarmspiegelung:
Diese Untersuchung wird nur durch speziell ausgewiesene, durch die Kassenärztliche Vereinigung überprüfte und qualifizierte Zentren durchgeführt. Hierzu gehören spezielle internistische, gastroenterologische und chirurgische Praxen. Auch in unserer Praxis werden solche Untersuchungen durchgeführt.
Berechtigt sind Frauen und Männer nach dem 55. Geburtstag, also im 56. Lebensjahr.
Hierbei wird nach vorausgegangener Reinigung des Dickdarmes durch ein spezielles Abführmittel der Darm mit einem weichen Schlauch an dem sich eine Mikrokamera befindet untersucht. Dabei können auch kleinste Veränderungen wie Polypen sofort erkannt und entfernt werden. Ähnlich wie beim Zahnarzt erhält man bei dieser Untersuchung eine Schmerzspritze, so dass diese Untersuchung nicht weh tut.
Eine zweite Darmspiegelung wird dann erst 10 Jahre später zur Kontrolle empfohlen.

5. Hautkrebsscreening:
Die Hautkrebsvorsorge ist seit Juli 2008 eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen.
Jeder gesetzlich Krankenversicherte ab dem 35. Lebensjahr hat alle zwei Jahre Anspruch auf eine kostenlose Hautkrebsvorsorgeuntersuchung. Dabei wird vom ausgebildeten und berechtigten Hausarzt oder Facharzt die gesamte Hautfläche auf auffällige Leberflecken oder UV-Schäden untersucht. Als auffällig erschienende Hautbezirke werden vom Hautarzt genauer mit Auflichtmikroskopie oder Gewebeproben abgeklärt. Dazu braucht der Versicherte jedoch eine Überweisung durch seinen Hausarzt, da es sich dann nicht mehr um eine Vorsorgeuntersuchung sondern um eine Behandlung im möglichen Krankheitsfalle handelt

6. Was gehört nicht zu Vorsorgeleistungen bei gesetzlich Krankenversicherten:
Durch o.g. Untersuchungen wird nur ein kleiner Teil von sehr weit verbreiteten Erkrankungen abgedeckt. Dies ist aus Kostengründen verständlich, da sonst Vorsorge nicht bezahlbar wäre.
Eine Krankenversicherung muß immer, so unmenschlich sich das auch anhört, ein Kosten- Nutzen Verhältnis im Auge haben. Einzelschicksale interessieren hierbei nicht. Mittlerweile hat aber auch das Gesundheitsministerium gemerkt, das man mit Vorsorge Geld sparen kann. Es bleibt abzuwarten, welche Konsequenzen in den nächsten Jahren daraus gezogen werden.
Bisher gehören jedenfalls keine weiterführenden Vorsorgeuntersuchungen zur Schlaganfallprophylaxe, Herzinfarktfrüherkennung, Schilddrüsenerkrankungen, Osteoporose, Magenerkrankungen, Bluterkrankungen u.a. in dieses Programm.
Hier muß jeder einzelne selbst entscheiden, inwieweit ihm eine erweiterte Vorsorge wichtig ist.
Wir helfen Ihnen hierbei gerne und stellen Ihnen auf Sie angepaßte Untersuchungen und Kontrollen zusammen. Für jede Leistung erhalten Sie zuvor einen Kostenvoranschlag, damit Sie ihre persönliche finanzielle Planung danach ausrichte können. Bitte sprechen Sie uns oder unser Team am Empfang auf diese Leistungen hin an.

 

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